Der Arbeitsmarkt in der Schweiz unter der Personenfreizügigkeit mit der EU

April 30, 2008

In welche Ausbildung soll man investieren?

Gespeichert unter: Nicht kategorisiert — Schlagworte: , , , , — wanderarbeiter @ 1:59

Wer einmal einem Berufs- oder wie sie heute wahrscheinlich heissen, Laufbahn- oder Karriereberater, zugehört hat kennt die Prognose: Im Laufe seines Lebens wechselt man nicht bloss den Beruf mehrmals, sondern ändert seine Karriere X mal; Y Prozent der Berufstätigen arbeiten in einem anderen als dem angelernten Beruf; den Beruf den ein heutiger Kindergärtler in Zukunft einmal ausüben wird, gibt es mit einer Wahrscheinlichkeit von Z Prozent heute noch gar nicht. Die Zahlen ändern je nach dem wo man sie aufgeschnappt hat, sind aber ausnahmslos verblüffend hoch (Y ist gemäss Bundesamt für Berufsbildung und Technologie bei 60).

Nun also die Gretchenfrage: Was bringt es, im Anbetracht dieser Aussichten, etwas konkretes zu erlernen und was sollte dies bestenfalls sein? Durch die Abschaffung des Inländervorrangs durch die bilateralen Verträge mit der EU verschlechterte sich die Aussicht, vom erlernten Wissen rasch profitieren zu können. Im Rahmen der Personenfreizügigkeit wird zwar grossspurig nach Spezialisten gerufen, aber lohnt sich die aufwendige Ausbildung, wenn das Risiko es nie ausüben zu können (gemäss Karrierespezialisten) immens ist?

In einem Arbeitsmarkt das durch die Arbeitgeber dominiert ist, wird das Spezialistentum zunehmen. Es wird stets schwieriger die gewünschte Spezialisierung aufzubringen, denn für jede einzelne Stelle findet man aus Milliarden von Menschen mit grosser Wahrscheinlichkeit jemanden, der noch besser geeignet ist. Folglich ist man mit einer alles oder nichts Situation konfrontiert: Riskiert man die Investition in eine aufwendige Ausbildung, so braucht es unglaubliches Glück dennoch die Stelle zu erhalten. Die Chancen in einem solchen Markt am Schluss leer (oder mit einer anderen Stelle) dazustehen stehen kaum höher, also ohne die Investition in eine entsprechende Ausbildung, wodurch der Nutzen des Bildungssystems stark in Frage gestellt wird.

Siehe auch den Wanderarbeiter zu Welchen Beruf soll man erlernen?

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