Der Arbeitsmarkt in der Schweiz unter der Personenfreizügigkeit mit der EU

Juli 2, 2008

Welchen Beruf soll man erlernen?

Das Buch „The Elephant and the Dragon“ von Robyn Meredith handelt vom Aufstieg Chinas und Indiens. Es wird aufgezeigt wie dadurch die westliche Wirtschaft durchgeschüttelt wird und was diese dagegen tun kann. In dem Zusammenhang interessiert die Frage, was der Einzelne im Westen tun kann um seinen Lebensstandard zu halten. Das Buch zeigt erst mal folgende westliche Reaktion auf: Die Auslagerung von Produktion und Dienstleistung aus westlichen Ländern nach Indien oder China hat mit zunehmendem Masse auch zu gefährlichen Abhängigkeiten geführt. Die westlichen Regierungen haben dies jüngst erkannt und, da man sich nicht gerne in unsichere Abhängigkeiten begibt, auch reagiert. Sie tun dies mit dem vermehrten Ruf nach Protektionismus. Zur grossen Überraschung haben sogar die globalisierungsfreundlichen US-Senatoren im Jahre 2006 mit einem 27.5 Prozent Zollzuschlag auf alle importierten Waren aus China gedroht als Vergeltung für die unterbewertete chinesische Währung. Es scheint tatsächlich, wie J.R. Saul 2004 im Harper’s Magazine schrieb, dass die Globalisierung zu kollabieren im Begriff ist und der Nationalismus erstarkt.

Mit Protektionismus mag man vielleicht die Einfuhr von Menschen und materiellen Gütern erschweren, nicht aber Dienstleistungen welche über Telefon oder Internet erbracht werden. Deswegen also Robyn Merediths Ratschläge:

1) Massive Investition in Bildung. Also genau nicht das, was die Schweiz mit dem EU15-Personenfreizügigkeitsabkommen beabsichtigt: gebildete Arbeiter von auswärts anheuern, anstatt selber Leute auszubilden.
Unbedingt müssen die Kenntnisse solcherart gelagert sein, dass sie vor Ort zur Anwendung kommen müssen. Als Beispiel wird ein Herzchirurg genannt, welcher an Ort erwünscht wird, wohingegen ein Radiologe leicht durch einen Kollegen ersetzt werden dürfte, der in Bangalore die Röntgenbilder begutachtet.
Die harten Wissenschaften, sowie die ganze Informationstechnologie fallen leider unter die erste Kategorie der leicht auslagerbaren. Politiker beschweren sich gerne darüber, dass es zu wenige Naturwissenschaftler in der Schweiz gibt. Dieser Ruf war bis anhin ein wenig grotesk, da sich diese Politiker meist selber keine Mühe gaben eine Naturwissenschaftliche Ausbildung anzustreben, noch dies ihren Kindern genug nahe legen konnten. Auch forderten sie bloss mehr Naturwissenschaftler, waren aber nie bereit ihnen dies abzugelten, womit sich das Angebot an solchen Arbeitskräften stets nach der Wirtschaftlichkeit für den einzelnen Arbeiter richtete als nach dem leeren Ruf der Politiker. Nun kommt noch der Globalisierungsaspekt hinzu, dass sich eine solche Ausbildung wenig lohnt, da leicht global ersetzbar. Andererseits werden sogenannt weicheren Fächer, wo es kräftigt „menschelt“, nicht so leicht über ein englischsprachiges Email-Memo auszuüben sein.

2) Die Globalisierung wird wenigen Akteuren in der westlichen Welt gewaltigen Reichtum ermöglichen, während die Mehrheit der Leute leer ausgehen wird, wird im Buch weiter ausgeführt. Wer sich also eine einigermassen sichere Stelle aussuchen möchte, sollte sich auf eine Dienstleistung spezialisieren, welche den Superreichen persönlich dient. Diese Dienstleistung wird dann ebensowenig ausgelagert wie der Supperreiche selber. Als Beispiele werden im Buch folgende Beschäftigungen angegeben: Friseur, Fitness-Trainer oder Schrank-Designer. Also dann; Auf die Plätze, …

1 Kommentar »

  1. [...] Siehe auch den Wanderarbeiter zuWelchen Beruf soll man erlernen? [...]

    Pingback von In welche Ausbildung soll man investieren? « Der Arbeitsmarkt in der Schweiz unter der Personenfreizügigkeit mit der EU — Juli 11, 2008 @ 7:01


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Kommentieren

Bloggen Sie auf WordPress.com.